Neue Software löst nicht automatisch dein Problem.
- ks8585
- 13. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Das Teure an einer Software sind meist nicht die Lizenzgebühren. Sondern wenn sie nicht oder nur unzureichend genutzt wird.
Wenn die neue Software das Problem nicht löst
Fast jeder kennt dieses Muster aus dem Geschäftsalltag. Du hast ein Problem, das dir Zeit frisst, Wachstum bremst, Prozesse verlangsamt oder unnötige Kosten verursacht. Nach einiger Recherche findest du ein Softwaretool, das genau dafür gemacht scheint. Du kaufst es. Ein paar Wochen später ist die Euphorie vorbei.
Das Tool ist noch da. Und das Problem irgendwie auch.
Lösungen kaufen ist einfacher als Probleme verstehen
Warum? Weil wir erstaunlich gut darin sind, Lösungen zu kaufen, aber oft zu wenig Zeit investieren, das eigentliche Problem wirklich zu verstehen.
Wir hoffen auf einen einfachen Dreisatz:
Problem → Software kaufen → Problem gelöst.
Leider funktioniert es selten so. Das ist kein IT-Problem sondern ein menschliches Muster. Denn eine neue Software ersetzt keine fehlenden Abläufe. Sie macht unklare Zuständigkeiten nicht klarer. Und sie verändert keine Arbeitsweise, nur weil sie eingeführt wurde.
Diese Fragen solltest du vor der Entscheidung stellen
Es lohnt sich, vor jeder Entscheidung einen Moment innezuhalten und die richtigen Fragen zu stellen.
Passt diese Lösung wirklich zu unseren bestehenden Prozessen?
Werden die Mitarbeitenden sie im Alltag tatsächlich nutzen? Und was brauchen sie dafür?
Welche Systeme oder Werkzeuge haben wir bereits im Einsatz?
Was muss sich verändern, damit die Software ihren Nutzen überhaupt entfalten kann?
Dabei kommt manchmal die ehrlichste Antwort: Es braucht keine neue Software. Es braucht einen besseren Prozess, der den Mut, das Problem anders zu denken.
Eine Software ist wie ein neues Teammitglied
Sie entfaltet ihren Wert nicht am ersten Arbeitstag, sondern dann, wenn sie gut eingebunden ist. Wenn die Übergaben funktionieren, die Erwartungen klar sind und jeder weiss, welche Rolle sie übernimmt.
Genau das ist für mich der Unterschied zwischen Digitalisierung und digitalem Aktionismus.
Welche Frage hättest du dir vor deiner letzten Software-Entscheidung rückblickend stellen sollen?

