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Warum Software und KI selbst als beste Lösung oft nichts verändern.

  • 20. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Ich erinnere mich noch gut an eine Zeit vor einigen Jahren. Ich war beruflich und persönlich an einem Punkt, an dem ich viele Fragen hatte und absolut keinen Plan. Der Wunsch war stark, ich wollte wirklich etwas verändern, endlich Klarheit haben und wissen, wie es weitergeht.


Die Hoffnung, endlich die richtige Lösung zu finden


Also entschied ich mich für etwas, das sich richtig anfühlte: ich investierte bewusst in meine Entwicklung.


Ich suchte und buchte ein Jahr Persönlichkeitsentwicklung mit vier Seminaren, die lebensverändernd sein sollten. Ich weiss noch genau, mit welchem Gefühl ich diese für mich sehr hohe Investition gemacht habe: Danach werde ich endlich Antworten auf all die Fragen haben, die mich beschäftigen und alles wird besser.


Heute muss ich über meine Naivität staunen, aber auch liebevoll schmunzeln.


Wenn wir erwarten, dass die Lösung die Arbeit übernimmt


Die Kurse waren wirklich gut. Das Problem war ein anderes. Ich hatte unbewusst gehofft, sie würden mir die eigentliche Arbeit abnehmen, die Auseinandersetzung mit meinen Fragen, die dadurch entstehenden Entscheidungen sowie das Aushalten von Unsicherheit.


Veränderung entsteht selten dadurch, dass wir eine neue Lösung kaufen. Sie entsteht dadurch, dass wir bereit sind, uns mit dem eigentlichen Problem auseinanderzusetzen.


Im Unternehmen heisst die Lösung Software und KI


Dieses Muster begegnet mir heute fast täglich in Unternehmen. Nur heisst das Selbstverwirklichungs-Seminar dort anders: Software, KI, CRM oder Reorganisation. Die Hoffnung dahinter ist oft dieselbe, nämlich dass das richtige Tool alles einfacher macht.


Und das sollte auch so sein.


Ich habe bereits sehr viele grossartige Software kennengelernt und erlebe gerade, wie KI Prozesse in Minuten erledigt, die früher Stunden oder Tage gedauert haben. Und ich habe Berater erlebt, die Unternehmen enorm weitergebracht haben.


Die Lösung ist selten das Problem


Die Lösung ist also selten das Problem. Die Frage ist vielmehr, ob wir bereit sind, die Arbeit zu leisten, die vor jeder guten Lösung kommt. Haben wir wirklich verstanden, worin das Problem besteht, oder bekämpfen wir gerade nur ein Symptom?


Deshalb sollten Projekte nie mit der Frage beginnen, welche Lösung gesucht wird, sondern mit den Fragen, die davor kommen:


  • Was genau soll sich verändern?

  • Wo entsteht heute der grösste Aufwand?

  • Welche Entscheidungen werden immer wieder vertagt?

  • Welche Prozesse kosten unnötig Zeit?


Wer diese Fragen zuerst beantwortet, trifft bessere Entscheidungen und holt aus jeder Lösung, ob Software, KI oder Beratung, deutlich mehr heraus.



Frau schreibt in Notizbuch an Holztisch im hellen Seminarraum; Flipchart, Tasse und Zettel, konzentrierte Lernatmosphäre.
Frau schreibt in Notizbuch an Holztisch im hellen Seminarraum.

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